Traditional Day
Oder … über Nacht zur Inderin verwandeltHeute wurde im Büro ein traditioneller Tag aufgrund des Festes für die Göttin Durga gefeiert. Es ist so ähnlich wie Weinachten. Die Büros sind mit Blumen und Girlanden geschmückt, es wurde gebetet und gesungen. Aber das wichtigste ist, dass wir Geschenke bekommen haben.
Da es ein traditioneller Tag war sollten sich alle Mitarbeiter auch dem entsprechend Kleiden. Ich trug einen Sari, den ich leider nicht alleine anziehen konnte. Es ist wirklich eine Kunst für sich. Es ist einfach ein langes Tuch das man sich um die Hüfte bindet und dann in der Mitte faltet und hinter dem Rücken wieder nach vorne über die Schulter legt. Aber man drapiert alles so dass es wie ein Kleid aussieht. Ich alleine würde es niemals schaffen, so habe ich die Mädels im Büro gefragt ob sie mir helfen und mich ankleiden. Das Ergebnis was so gut das jeder von mir ein Foto machen wollte und ich einen Preis für mein Outfit bekommen habe. Einige dachten ich bin eine Inderin, da ich mein Sari so gut tragen kann wie es nur eine Inderin schafft.
Es war ein sehr interessanter Tag. So etwas würde Siemens in Deutschland niemals veranstalten. An diesem Tag wurde kaum gearbeitet. Kann nicht jeder Tag so sein…
Freitag 02.11.07
Der Islam
Sofort nach der Arbeit haben wir uns zur Haji Ali Moschee begeben. Die Moschee wurde auf dem Meer gebaut und um dort hin zu gelangen muss man bei Ebbe entlang eines langen Steges laufen. Man sagt dass der Herrscher Haji Ali nach einem Bot-Ausflug tot an dieser Stelle gefunden wurde. Ihm zu Ehre wurde sie baut.
Vorher hatte ich nie die Gelegenheit eine Moschee zu sehen. Doch in Indien ist alles möglich. Die Menschen sind hier zu anderen Religionen sehr offen. Oft findet man Hindus in christlichen Kirchen oder Moscheen. Da sie so viele Götter haben wechseln sie auch oft die Tempel um zu verschiedenen Göttern zu betten.
Samstag 03.11.07
Der wilde Westen in Indien
Heute stand auf unserer Ausflugliste das kleine Dorf Matheran. Es ist wahrscheinlich einer der umweltfreundlichsten Plätze in Indien. Autos und Plastiktüten sind verboten. Man kommt nur mit Pferden, zur Fuß oder per Menschenrikshaw rein. Wir haben uns für eine Pferdetour entschieden. Auf dem Rücken von Raja ritt ich auf den Berg und wurde zu wunderschönen Aussichtsplätzen geführt.
Sonntag 04.11.07
Schatten und Glamour der Megastadt
Das Leben in den Slums kann man nicht in Worte fassen. Wir wollten es hautnah erleben und buchten für diesen Sonntag eine organisierte Slum-Tour. Es ist unglaublich unter welchen Bedingungen die Menschen dort arbeiten und leben müssen. Ohne einen Schutz werden Chemikalienbehälter gereinigt und für die großen Firmen wie BASF wieder zurechtgebogen. Jede Art von Müll wird recycelt: sortiert, eingeschmolzen, gefärbt und verpackt. Es gibt auch Produktionenstäten in den Slums: z.B. Tonware oder Bäckereien. Die Menschen leben in winzigen Zimmern ohne Bad und WC umgeben von Müll und schlechter Luft. Überrachender weise sind die Menschen dort sehr freundlich und glücklich mit ihrem Leben. Wir haben keine Bettler getroffen oder jemanden der uns grimmig angekuckt hat.
Und so sieht eine Wäscherei aus !!!
Und abends ein krasses Gegenteil. Ich und Marie sind in eine Bar in der angeblich jeden Sonntag Salsa getanzt wird. Und tatsächlich die Inder können Salsa tanzen.
Und dann konnte ich meinen Augen nicht trauen. Ist er es wirklich??? Nein, nicht Sharuk Han. Nur ein kleiner Hollywood Schauspieler aus dem Film Rache ist sexy, dort spielt er John Tucker (männliche Hauptrolle). Er sah genau so aus wie im Film. Leider hatte ich kein Foto mit mir mit und so wird man mir wahrscheinlich nicht glauben aber ich habe ein Autogram!!!
Und er konnte sich an meinen Namen erinnern!!!
…so geht ein ereignisreiches Wochenende zu Ende.
Morgen wieder ins Büro.