Donnerstag, 8. November 2007

Jetzt schon ein Monat in Indien

Freitag 19.10.07

Traditional Day

Oder … über Nacht zur Inderin verwandelt

Heute wurde im Büro ein traditioneller Tag aufgrund des Festes für die Göttin Durga gefeiert. Es ist so ähnlich wie Weinachten. Die Büros sind mit Blumen und Girlanden geschmückt, es wurde gebetet und gesungen. Aber das wichtigste ist, dass wir Geschenke bekommen haben.

Da es ein traditioneller Tag war sollten sich alle Mitarbeiter auch dem entsprechend Kleiden. Ich trug einen Sari, den ich leider nicht alleine anziehen konnte. Es ist wirklich eine Kunst für sich. Es ist einfach ein langes Tuch das man sich um die Hüfte bindet und dann in der Mitte faltet und hinter dem Rücken wieder nach vorne über die Schulter legt. Aber man drapiert alles so dass es wie ein Kleid aussieht. Ich alleine würde es niemals schaffen, so habe ich die Mädels im Büro gefragt ob sie mir helfen und mich ankleiden. Das Ergebnis was so gut das jeder von mir ein Foto machen wollte und ich einen Preis für mein Outfit bekommen habe. Einige dachten ich bin eine Inderin, da ich mein Sari so gut tragen kann wie es nur eine Inderin schafft.

Es war ein sehr interessanter Tag. So etwas würde Siemens in Deutschland niemals veranstalten. An diesem Tag wurde kaum gearbeitet. Kann nicht jeder Tag so sein…































Freitag 02.11.07

Der Islam


Sofort nach der Arbeit haben wir uns zur Haji Ali Moschee begeben. Die Moschee wurde auf dem Meer gebaut und um dort hin zu gelangen muss man bei Ebbe entlang eines langen Steges laufen. Man sagt dass der Herrscher Haji Ali nach einem Bot-Ausflug tot an dieser Stelle gefunden wurde. Ihm zu Ehre wurde sie baut.

Vorher hatte ich nie die Gelegenheit eine Moschee zu sehen. Doch in Indien ist alles möglich. Die Menschen sind hier zu anderen Religionen sehr offen. Oft findet man Hindus in christlichen Kirchen oder Moscheen. Da sie so viele Götter haben wechseln sie auch oft die Tempel um zu verschiedenen Göttern zu betten.

In der Moschee hat man den Unterschied des Islam von unserem Glauben gespürt. Nicht nur was wir gesehen haben, unterschiedliche Eingänge für Männer und Frauen, Schuhe ausziehen und die Gebetsarten, sondern auch die Atmosphäre in der Luft war so beengend, dass man wirklich sich zurückhaltend benommen hat. Meine Sinne wurden überflutet: die arabische Musik, der Meeresgeruch, die Hitze, der Dreck an den Füssen und die vielen Menschen die einen anstarren als wäre man vom anderen Planeten. Es ist kein angenehmer Ort für Westler, jedoch erlebt man den Islam dort sehr nah.
Samstag 03.11.07

Der wilde Westen in Indien

Heute stand auf unserer Ausflugliste das kleine Dorf Matheran. Es ist wahrscheinlich einer der umweltfreundlichsten Plätze in Indien. Autos und Plastiktüten sind verboten. Man kommt nur mit Pferden, zur Fuß oder per Menschenrikshaw rein. Wir haben uns für eine Pferdetour entschieden. Auf dem Rücken von Raja ritt ich auf den Berg und wurde zu wunderschönen Aussichtsplätzen geführt.

Wie das Sprichwort schon sagt…Bilder sagen mehr als tausend Worte….

Sonntag 04.11.07


Schatten und Glamour der Megastadt


Das Leben in den Slums kann man nicht in Worte fassen. Wir wollten es hautnah erleben und buchten für diesen Sonntag eine organisierte Slum-Tour. Es ist unglaublich unter welchen Bedingungen die Menschen dort arbeiten und leben müssen. Ohne einen Schutz werden Chemikalienbehälter gereinigt und für die großen Firmen wie BASF wieder zurechtgebogen. Jede Art von Müll wird recycelt: sortiert, eingeschmolzen, gefärbt und verpackt. Es gibt auch Produktionenstäten in den Slums: z.B. Tonware oder Bäckereien. Die Menschen leben in winzigen Zimmern ohne Bad und WC umgeben von Müll und schlechter Luft. Überrachender weise sind die Menschen dort sehr freundlich und glücklich mit ihrem Leben. Wir haben keine Bettler getroffen oder jemanden der uns grimmig angekuckt hat.


Und so sieht eine Wäscherei aus !!!



Und abends ein krasses Gegenteil. Ich und Marie sind in eine Bar in der angeblich jeden Sonntag Salsa getanzt wird. Und tatsächlich die Inder können Salsa tanzen.


Und dann konnte ich meinen Augen nicht trauen. Ist er es wirklich??? Nein, nicht Sharuk Han. Nur ein kleiner Hollywood Schauspieler aus dem Film Rache ist sexy, dort spielt er John Tucker (männliche Hauptrolle). Er sah genau so aus wie im Film. Leider hatte ich kein Foto mit mir mit und so wird man mir wahrscheinlich nicht glauben aber ich habe ein Autogram!!!

Und er konnte sich an meinen Namen erinnern!!!

…so geht ein ereignisreiches Wochenende zu Ende.



Morgen wieder ins Büro.





Samstag, 20. Oktober 2007

Ich bin in Indien...

Sorry, dass ich mich lange nicht gemeldet habe. Hatte leider keinen Internetzugang. Hiermit holle ich alles nach:

08.10.07 Montag
Auf Wiedersehen Paderborn! Good Bye Deutschland!

Heute fliege ich von Paderborn, über Frankfurt, nach Mumbai. Ich werde den ganzen Tag unterwegs sein und komme erst am Dienstag an.


Der Flug verlief gut und wir sind sicher gelandet.

Ankunft am Flughafen. Das erste was ich mir gewuenscht habe war eine frische Luftbriese...


09.10.07 Dienstag
Auf Entdeckungstour durch die Megacity!

Gleich am ersten Tag unternahmen wir Sachen von denen uns dringend abgeraten wurde... Alleine die Straße überqueren oder Rikshaw fahren, oder, oder..

Wir habe uns einfach ins Abenteuer gestürzt ohne vernünftig nachzudenken. Die Neugier die diese Stadt weckte, musste befriedigt werden.

Ich habe mir alles ganz anders Vorgestellt. Nach den ganzen Horror-Geschichten die man in Deutschland hört war ich positiv überrascht. Es ist gar nicht so schlimm hier.

Unsere Zimmer sind sauber. Keine KAKALAKEN!!! Nur ein paar Mücken!

Morgen steht der erste Arbeitstag an. Bin schon sehr gespannt!

10.10.07 Mittwoch
Am ersten Tag geht bekanntlich alles schief.

Der erste Arbeitstag hat gut angefangen. Ich habe verschlafen und kaum Zeit zum frühstücken gehabt. Ist aber nicht so schlimm da wir einen Fahrer haben der auf uns wartet. Jedoch sind wir in die Rushhour gekommen und mussten länger fahren.

Im Büro ist ziemlich alles anders. Es funktioniert nichts und man muss sehr lange warten bis einer vom help desk endlich kommt. Die 7777 habe ich schon zu oft angerufen, wenn es in Deutschland wäre würden sie mir mein Telefon sperren. Aber in Indien ist alles locker. Kein Stress.
Das geilste ist das hier Office Boy rumlaufen die für dich kopieren, dir Tee oder Wasser bringen, die Tassen spülen, also eigentlich alles. Wir werden hier behandelt als wären wir keine Studenten sondern vollwertige Mitarbeiter mit Doktortitel.

Viel habe ich heute nicht gemacht. Die meiste Zeit verbringt man hier mit warten. Meine Aufgabe für die nächste Zeit habe ich durch einen Münzwurf bekommen. Leider habe ich verloren und soll die nächste Zeit an so einem ISO Zertifizierungsvorgang mitarbeiten (es ist irgendwas mit Quality Management). Aber dann habe ich doch nach eine tolle Aufgabe bekommen. Ich soll bei einem Deutschkurs für indische Mitarbeiter/innen mithelfen. Angeblich sind die Vorgeschritten und können gut Deutsch sprechen.

Hier ein paar Bilder vom Office:


Nach der Arbeit hat uns der Fahrer zu einem indischen Einkaufscenter gebracht wo wir einiges kaufen konnten, auch europäische Marken.

Abendessen gab es heute im Guesthouse. Proveen war dabei und hat uns ein paar Hindi Wörter beigebracht. Chapati, Nan, Dal, Gravy, Ap ka naam kea? Mehr konnte ich mir nicht merken.

Alles Weitere hört ihr morgen…

11.10.07 Donnerstag
Es funktioniert immer noch nichts

Morgens holt uns der Driver ab der kein Wort englisch kann. Wenn man ihn nach seinem Namen fragt, sagt er nur: No English! Da ich ja gestern ein paar Hindi Wörter gelernt habe wollte ich es gleich austesten.

Ap ka naam kea? (Wie heißen Sie?) Ram! War die Antwort. Der Fahrer hat sich so gefreut das ich mit ihm Hindi gesprochen habe. Für morgen muss ich etwas neues lernen, damit ich ihn wieder beeindrucken kann.

Auf der Arbeit angekommen musste ich wieder die 7777 anrufen. Die Inder können nicht schnell arbeiten. Ich verstehe nicht warum es so lange dauern kann mir das Internet freizuschalten.

An das Warten muss man sich hier gewöhnen.

12.10.07 Freitag
Ich bin berühmt!

Zumindest bin ich im Fernsehen. Aber wie fing alles an?

Es ist Freitag!!! Wochenende!!! Somit haben alle beschlossen in eine Art Bar zu gehen. Die Bar sieht sehr schick aus, richtig stylisch!!! Irgendwie waren dort so viele Fotografen und Kameramänner unterwägs. Als wir nachgefragt haben was da los ist, sagten sie uns das zur zeit die Fashion Week ist. Ich bin raus gegangen um zu telefonieren und plötzlich fährt ein fettes Auto vor und es steigen richtig heiße Modells aus. Sie gehen an mir vorbei und der Kameramann zeichnet alles auf. Ich laufe entspannt hinterher undn komme direkt ins TV.

Ein paar Fotos aus de

Ich hab mich leider noch nicht im Ferenseher gesehen. Aber ich stand neben Modells und wurde aufgenommen. Nicht das sie mich mit Angelina Joulie verwächseln ;-)

Der Aben war noch sehr lustig! Das einzige Problem ist das er zu kurz war. Die Discos schließen hier alle zwischen 1,30 und 2 Uhr. Viel zu früh...


13.10.07 Samstag
Mumbai der Süden!

Nach einem langen Schönheitsschlaff ging es auf in den Süden um ein paar Sehenswürdigkeiten zu sehen. Der Süden der Stadt ist sehr schön, mit alten Gebäuden und einem Hafen. Ich versuche so bald wie möglich ein paar Bilder zu veröffentlichen.

14.10.07 Sonntag
Heute mache ich das was mir am liebsten ist!
Ausschlafen, Schatz anrufen, Essen und Einkaufen. Zwischendurch noch ein Bollywoodstreifen!!!

In dieser Stadt ist es so schwer zur Ruhe zu kommen weil alles so laut und spannend ist. Somit haben wir Sonntag uns entspannt.

15.10.07 Montag
Rushhour nervt!

Heute haben wir min. 1stunde gebraucht bis zur Arbeit gebraucht!!! Es ist unglaublich wie voll die Straßen hier sind. So viele Autos, Menschen, Kühe, LKW's... einfach nur voll. Ich würde als Inder sofort Platzangst kriegen! Zum Glück haben wir einen eigenen Fahren und müssen uns nicht mit dem Verkehr ärgern. Ich denke wir würden es noch nicht mal schaffen, denn hier herrschen eigene Verkehrsregeln, wenn es überhaupt welche gibt.

16.10.07 Dienstag
MC Geburtstag

Die Inder haben andere Traditionen bei einer Geburtstagfeier. Da wird der Kuchen nicht gegessen sondern dem Geburtstagskind ins Gesicht geschmiert. Dabei sind sie sehr kindisch und lachen laut.
Als erste von uns musste es Marie erfahren! Im office haben sich alle zurückgehalten, aber abends wurde sie nicht verschont.

Donnerstag, 6. September 2007

Vorbereitungen

Bald geht´s los!

Am 08. Oktober fliege ich nach Bombay!

Ich habe meine medizinische Versorgung abgeschlossen und bald geht es an Koffer packen.

Ne, vorher einkaufen!

Bis dann...